jedichtet

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schneewehen

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Wenn ick dir Schnee seh,
wird ma janz kalt
anne Finger, und dit macht
och im Herzen nich Halt.

Frierst ma de Adern zu,
bis ick erstarre,
und denn frachste, ob ick
bis zum Lenzen ausharre.

Det ick dir liejen lass,
vor meena Türe,
hoffste und willst
von ma eisije Schwüre.

Wenn ick dir Schnee seh,
wird ma janz bang
innen Grips drin und
an meene Beene entlang.

Lechst vor de Füße ma
frostije Tücken,
und wartest ab, ob ma
de Fesseln umknicken.

Aber pass uff, do, eenes Tages,
und so lang halt ick aus,
lieber Schnee, tret ick nackt
in dit Jrüne hinaus.

Und denn lass ick dir schmelzen,
folje heiß Lenzens Klang.
Steich empor wie uff Stelzen
zu der Vöjel Jesang.

© Jo Lenz, 27.01.2014

(2. Platz Publikumspreis, 7. Hochstadter Stier)

3 Kommentare

  1. Einfach wunderbar!

  2. Gefällt mir ebenfalls sehr gut, wie auch die anderen im Berliner Idiom!

  3. Vielen Dank, das lese ich gern :-))

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