»immer noch«

eigentlich
schrieb ich
nur für mich
als ich schrieb entschied
ich mich für
uns und
die
liebe
zur wortmalerei
besteht bis heute
bin ich immer noch
verliebt in dieses
bild und
endlich
auch
in mich
und lebe weiter
heute und in hundert
jahren vielleicht auch
noch immer
noch

(2006)

»Der Zweifler«

Ein Zweifler saß verzweifelt auf einem Zwerg
Inmitten und zwischen verzwicktem Dickicht.
Dem Zwerg war das zweifellos viel zu schwer,
Drum rief zwanzig Zwerge zu Hilfe er.
Die sollten den Zweifler blickdicht verpacken
Und anschließend gemeinsam auf ihn
Schimpfen und
Zweifelsfrei heftig die Zwergnasen rümpfen.
Drum willst du nicht enden im Zwergengroll,
Heul Zwergen niemals die Ohren voll.

(2013)

Nächtlicher Stromausfall

… auf dem Land ist nächtlicher Stromausfall bei bedecktem Himmel eine echte Herausforderung. Gegen 22:00 Uhr stolpere und taste ich mich in Richtung Fenster, von dem aus Lichter zu sehen sein müssten. Könnte ja sein, dass bei mir nur ne Sicherung raus is 😛 Ich entdecke jedoch auch mit weit aufgerissenen Augen keine nachbarlichen Häuser. Das liegt nicht nur an der geringen Bevölkerungsdichte oder an schlecht geputzten Fenstern, „Nächtlicher Stromausfall“ weiterlesen

New York – Jahreswechselblizzard

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Ich rieche noch die Stadt
Vom Blizzard eingehüllt
Und gleichermaßen füllt
Sich meine Sehnsucht an.

Du lässt die Menschen singen
Und niemand guckt blöd hin,
wenn Kids in deiner Metro
mit Breakdance Dollars zieh’n.

Wem schadet’s wenn die Wärme
Aus deinem Mund nicht echt?
Ich denk, mit echter Kälte,
ging’s Menschen eher schlecht.

Den Times Square hab ich hier
Als Bildschirmschoner an
Da lacht mir deine große Welt
Und rührt zu Tränen an.

Miss Liberty zu Füßen
Umschiffte ich die Zeit
Bevor wir heimwärts mussten
Erinnerung, die bleibt.

Nach 20 Jahren Deutschland
Die schon kaum glaubhaft warn
Da konnte ich tatsächlich
Um Missis Füße fahr’n.

Und bei mir, meine Schätze.
Wie ist das Leben schön!
So lange bis sie wieder
In ihre Leben geh’n.

(2011)

»Novemberblues«

Der Abend schwerer Schleier
senkt auf dünnen Zweigen,
tristem Saume gleich,
sein finsteres Gewölk.
Und legt sich, und legt sich.
Bis das der Nacht
gold geknöpfter Sternenmantel
sich verschließt.
Zurück gelassen
nur ein Nebelteppich,
der kalt den Atem nimmt.
Und nimmt ihn, und nimmt ihn.
Oh, Guter Morgen,
lass mich Sonne ahnen!
Schick einen Riss
in deines Winters Wolkendecke
vor meinen Blick.
Und zieh
den dunklen Zapfen Einsamkeit
aus meinem Herz.
Ich friere, und friere.

(2005)

2013-02-20 09.36.47

»Der Hasenpups«

Charlotte und die sieben Hasen
Turnten fröhlich auf dem Rasen.
Jeder machte eine tolle
Fliro-Flaro-Vorwärtsrolle.

Einer macht’s dem andern nach.
Plötzlich sagt Charlotte: »Ach!
Dit is wirklich nicht zu fassen,
Klaus Hase hat een fahren lassen!«

Und empört bis zur Extase
Rümpft jeder Has die Hasennase.

… wie’s weiter geht, steht im e-Book »Es war einmal eine Laterne«