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25. März 2016
von Jo Lenz
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Brett vorm Kopf

Es war mal ein graues Vögelein,
das wollte für Großes vorherbestimmt sein,
futterte gierig das gebrachte Gewürm.
Eines Tages klatscht ihm ein Brett an die Stirn.
Trotzdem zwitscherte weiter es, fröhlich & fein,
war ein zielstrebiges graues Vögelein.

Mit Brett vor dem Kopf, sagte es sich,
verführn mich die bunt Gefiederten nich,
solln die sich doch ihre Hucken vollpfeifen,
ich behalte gern den hölzernen Streifen
und lass den Gesang nicht bis an mich ran,
fange lieber allein das Fliegen an!

Es flatterte wild auf des Astes Ende,
da zog das Gewicht vom Brett es behände
hinab in die Tiefe, war ein hoher Baum,
es stürzte so schnell – ja, man sah es kaum,
flog dort einem Räuber hart ins Gesicht,
mit fliegenden Brettern rechnen Räuber ja nicht.

Das Mädchen, das dem Schuft entkommen,
blieb stehen und ward ganz benommen
vom Anblick des Retters im Vogelkostüm,
Vor dir werde ich niemals nicht entfliehn,
sagt’s und hob das Vögelein auf,
und dessen Bestimmung nahm seinen Lauf.

Es bekam einen Käfig von Gold und Damast,
Diamanten aufs Federkleid – was eine Last,
stöhnte es leise, doch blieb ungehört,
denkt ja keiner, dass Prunk einen Retter stört.
Da hockt es bis heute und fragt nach dem Sinn,
und wünscht sich zurück auf Anbeginn …

© Jo Lenz, 25.03.2016

21. März 2016
von Jo Lenz
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Ich will.

Lies dich nur aus,
und dann schweig fein still,
weil ich sodann etwas schreiben will,
während du träumend in Tiefschlaf verfällst,
will ich erspinnen, wie du Nächte erhellst,
meine jetzt, früher wohl die da der andern,
doch Träume sollten nie stehen, stets wandern,
erfüllend sich selbst und darüber hinaus
uns lockend aus Federn, aus sicherem Haus,
denn Abenteuer lauern nicht unter dem Bett,
nun ja, bisweilen, ist’s da auch sicher nett,
so schön sicher, gewärmt, gekuschelt, bespielt,
’s kommt eben drauf an, wohin die Sehnsucht zielt,
doch ich will lieber vorn an der Reling frieren,
als unter Deck die Tafeln zu zieren,
also lies dich aus,
und dann schweige still,
weil ich jetzt endlich schreiben will …
 
© Jo Lenz, 21.03.2016

21. März 2016
von Jo Lenz
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Verdacht

War einer und dachte zu wissen,
was der andere denkt,
wenn er nicht spricht.
Er irrte schlicht.
Seiner Anmaßung
entsprachen
die Gedanken

des anderen nicht.

© Jo Lenz, 2016

21. März 2016
von Jo Lenz
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mächtige du.

ich atme dich
mit geschlossenen augen
trinke ich deine liebe
mein leben lang
rinnen letzte tropfen
in mir
bald
atme ich
aus und
du sonne
badest dich

versteckt vorbei

treibt
unser boot auf salzfluten
schaukelt schlägt
wellen werden wir
am anderen ende
knospen deine strahlen
wie oft du auch gehst
mächtige du
alles wartet
deiner

© Jo Lenz, 2014

21. März 2016
von Jo Lenz
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verblendet.

Der Nachbar spielt mit mir
Rätselspiele voller Licht.
Gewagt, denke ich,
am helllichten Tage
über die Straße hinweg
blinkt es von seinem Balkon
direkt in mein Fenster.
Wie ging denn bloß das Morsen?
Oder soll ich den Wind fragen,
der die Vogelscheuche
vor seinem Fenster
bewegt?

© Jo Lenz, 2016

20. März 2016
von Jo Lenz
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Leipzig liest.

Vierundzwanzig Stunden Durchmachen und den Arbeitseinsatz in Bordeaux vorzeitig abbrechen … für „Leipzig liest“ … muss ich dann doch kein zweites Mal haben. Mein Ankündigungstext hat mich ziemlich verwirrt und die mir bekannten Lyriker nebst Verleger waren leider viel zu schnell verschwunden. So schade! Zum Glück durften wir noch bis 1:00 Uhr am Veranstaltungsort bleiben und unsere Krimis lesen. Bier gab’s genug und wir hatten es warm – fuhr doch der megabillige Megabus erst um 6:35 Uhr zurück nach Berlin und hieß es für uns somit, die Nacht zu überbrücken. Weiterlesen →

20. Januar 2016
von Jo Lenz
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Zurück zur Natur

Schön so, morgens, bevor die Mehrheit die S-Bahn nutzt, ein halb leeres Abteil zu betreten – normalerweise bleibe ich die fünf Stationen bis zum Umsteigebahnhof an der Tür stehen, weil ich um diese Zeit und auch generell nicht so sonderlich Lust auf fremde Menschennähe habe – aber heute sind prompt gleich mehrere Vierergruppen frei. Naja, denke ich, setz ich mich ausnahmsweise mal.

Ich bin fast am Ende des Waggons, vor der letzten Tür. Dahinter befinden sich nochmal zwei Vierergruppen, auf eine fällt mein Blick. Da steht ein verdreckter Jutebeutel, oben auf liegt eine ordentlich zusammengerollte karierte Wolldecke. Der Besitzer daneben scheint in sich versunken, jedenfalls sehe ich ihn nicht. Ich versuche, den Spruch auf dem Beutel zu entziffern, denn es lohnt sich kaum, das Buch für die kurze Strecke aus dem Rucksack zu holen, und lese: „Ein großer Schritt VORWÄRTS: Zurück zur NATUR“ Weiterlesen →

30. Dezember 2015
von Lenz
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Seelenspektakel zum Jahreswechsel

Die Erinnerungen rauschen mit dem Wasserdampf vor sich hin. Der Alu-Wasserkessel wird seinem Platz auf der hundert Jahre alten Kochmaschine wie selbstverständlich gerecht. Brodelte es mit dem Anfeuern vorhin noch pfeifend aus ihm, das Teewasser ist fertig, gewährt er nun den Resten der Glut Durchlass, mit einem immer leiser werdenden Zischen.

So zischen auch die Bilder in meinem Kopf. Flackern auf. Treiben es bunt. Malen düster. Verblassen. Abschiednehmen ist wie ein Spektakel aus Aufkochen und Verdunsten lassen.
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25. Dezember 2015
von Lenz
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Frohe Weihnachten

… weil die Technik zu langsam war, gibt es den für gestern gedachten Bescherungspost gemeinsam mit dem Weihnachtsgeschenk von heute …

Aber erstmal: wie wars denn so an Heiligabend? Gab’s Tränen der Rührung, des Glücks, Kummertränen? Habt ihr’s genießen können? Wie lief der Geschenkemarathon? Lief er überhaupt? Kam es darauf an?

Uuuuund, wie sieht es heute in einigen Kinderzimmern aus? < --- ÜBERLEITUNG ;-) zum ERSTEN Weihnachtsgeschenk an euch, das am allermeisten auch ein Geschenk an mich selbst ist, da ich mir seit zehn Jahren die Realisierung des Kinderliedes DER AUFRÄUMWUNDERHIT zu meiner Reimgeschichte PAULA KLAMOTTENSCHRECK wünsche. Weiterlesen →

9. Dezember 2015
von Jo Lenz
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Der Weihnachtsbuch-Buchversand hat begonnen

Zwei Engel f d Geist d WeihnachtZWEI ENGEL FÜR DEN GEIST DER WEIHNACHT

Ich bastle ja so gerne an WordPress-Seiten herum … *träller* und scheitere trotzdem daran, einen Mini-Shop zu integrieren, um meine Bücher anzubieten.

Gekauft werden können sie trotzdem. Die Zahlung läuft easy via Paypal. Ihr bekommt ’ne e-Mail und folgt den Anweisungen 😉

Sie sind nämlich alle da! Limitiert auf 100 Stück. DIN A6. 84 Seiten. Die Bücher mit meiner Weihnachtsgeschichte über das Arbeitsleben zweier Engel und besonders das des einen namens Anton, der in drei verschiedene Rollen schlüpft, um bei einigen Menschen an deren Heiligabend herumzubasteln. Der macht das mit dem Basteln immerhin besser als ich.

Das Buch ist außerdem als e-Book bei Amazon erhältlich – Klick hier!

Wer das Original haben will – als Sitzerhöhung taugt es leider nicht – zum Lesen, Weiterverschenken, Schmunzeln, Drübernaserümpfen … aber schon, einfach hier in die Kommentare schreiben. Die ersten zehn bekommen es zum Spezial-UnterdenerstenZehn-Preis von fümpf Euronen zzgl. Versand & Verpackung, oder zzgl. shake hands bei persönlichem Empfang <3 Danach kostet es 7,00 EUR + 2,50 EUR V&V. Die Rechnung trifft via Paypal bei euch ein. Bei den ersten Bestellern hat das schon ganz wundervoll geklappt.

Wer’s nicht haben will und trotzdem bis hierher gelesen hat, dem wünsche ich schon mal eine schöne zweite Adventszeithälfte und dass Anton ihn an Heiligabend heimlich heldenhaft heimsucht 😉

Licht & Liebe,

eure Jo.