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Was ist das, dieses Twitter?

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Ich hatte mich im Frühjahr angemeldet, weil es mir dabei helfen sollte, regelmäßiger zu schreiben, zu denken, zu dichten, und weil ich herausfinden wollte, ob es da draußen Menschen gibt, die das lesen würden … ein Schreibtipp, den ich aufgeschnappt hatte.

Ich schrieb also etwas und wartete ab.
Und jetzt?, dachte ich, wer soll das jetzt bitteschön lesen? Wer weiß denn, dass  ich in diesem kleinen Fenster, das maximal 140 Zeichen fasst, etwas hinterlassen habe?
Das Durchforsten meiner Kontakte ergab keinen, der bei Twitter angemeldet war und den ich hätte fragen können, wie das hier so läuft  … Die Null unter Follower stand lange und fest, egal, wie oft ich sie mit Fragezeichen in den Augen ansah. Dann begann ich, Autoren zu suchen und denen zu folgen und wartete ab, was passiert. Jemand erbarmte sich schließlich und wurde mein Follower Nummer eins 🙂

Mittlerweile weiß ich, dass es vielen recht ist, dass sie keinen ihrer Kontakte aus dem RL (real life) vorfinden. Denn RL ist das eine und Twitter ist die Erholung davon, das Bemerktwerden, das Perlentauchen. Du kannst Tatort gucken, auch wenn du keinen Fernseher hast. Weißt immer, wie daneben sich der Lanz benimmt und welche Mannschaft die besten Tore schießt. Du kannst den Wahnsinn auf der Welt gemeinsam verarbeiten oder jemandem die Hand reichen, den du im Leben nie sahst, weil du mitfühlst.
Twitter ist, was in uns ist – das ist es für mich am Allermeisten sowie Inspirationen für Texte und Poesie. Manchmal werden Geschichten daraus, denn weil ich direkt schreibe, was in meinem Kopf ist, gehen kaum Gedanken verloren.
Beleidigend, provozierend, dumm, gewaltverherrlichend … zum Fußnägelkräuseln kann es auch sein, wenn du dich auf einen Account verirrst, der dazu neigt. Am Ende entscheidet jeder für sich, und es findet sich zusammen, was zusammen passt. Was nicht passt, verlässt die Straße wieder.

Ich spreche hier aus meiner rosa Wolke von aktuell 376 Followern, die heute statt der Null in meinem Profil stehen. Für mich ist das eine wahnsinnig hohe Zahl, die mir Mut macht für meinen Weg.
Ich danke den vielen wunderbaren Menschen in dieser Twitterwelt, die teilhaben an dem, was jemand schreibt und was in ihm ist. Oder die mit ihren Beiträgen Herzen berühren, Freude schenken, lachen lassen, ihre Welt zeigen, die bei dem einen in tiefen Schnee getaucht ist und den anderen an sonnigem Strand zeigen, und wieder den nächsten, der ständig woanders herum gurkt und mit Berichten und Zitaten für Unterhaltung sorgt.  Und vor allem denen, die es zu einem Ort machen, an dem Herzen an Herzen schlagen, manchmal nur mit einem Kleiner Drei oder einer fragenden DM. Tja, und was ist das nun genau, dieses Twitter? Ich glaube, wenn du es richtig erklären kannst, hast du es nicht verstanden 😉

Abschied-2013Lasst es krachen, ihr Lieben … oder auch nicht <3

Eure @JoLenzLyrics

 

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